6 Kanal-EKG mit nur 4 Leitungen
Abgelegt unter: TechnikIm Rettungsdienst, und auch sonstwo, setzt man gerne das EKG (Elektrokardiogramm) ein, um sich die Funktion des menschlichen Herzens etwas genauer anzusehen. Da das Herz der Motor von der Maschine Mensch ist, ist die einwandfreie Funktion recht wichtig. Störungen ergeben logischerweise gesundheitliche Schäden. Nun haben wir unser Kabel für ein 6 Kanal-EKG. Dummerweise hat jemand 2 “Strippen” vergessen. Es sind nämlich nur 4 Leitungen dran. Aber das reicht um die Ableitung nach Einthoven 1 und Goldberger 2 zu gestalten.
Die 4 Leitungen werden, jeweils mit einer Klebelektrode versehen, folgendermaßen angeschlossen.
1. ROT -> rechte Schulter, rechter Handrücken
2. GELB -> linke Schulter, linker Handrücken
3. GRÜN -> linker Unterbauch, linker Fußrücken
4. SCHWARZ -> rechter Unterbauch, rechter Fußrücken
Technisch richtig wäre es, wenn die Elektroden auf den Handrücken und auf den Fußrücken positioniert werden. Da der Handrücken gerne für das Legen einer Venenverweilkanüle genutzt wird und Elektroden am anderen Ende des Körpers für den Transport und die Behandlung des patienten eher störend sind, kann man die Elektroden auch im Bereich der Schulter / Leiste kleben. Experten streiten sich hier um die entscheidenden Zentimeter. Allerdings ist eine ganz genaue Ableitung mit dem Notfall-EKG und dem winzigkleinen Ausdruck eh nicht möglich. Wenn nicht gerade ein Kardiologe als Notarzt eingesetzt ist, sind die Bewerter ohnehin meist nur geschulte “Anwender”. Unscheinbare EKG-Störungen bedingen ohnehin nicht den Einsatz des Rettungsdienstes.
Die Elektroden werden also möglichst weit von einander weg aufgeklebt.
Nun wandelt unser EKG die Potentialdifferenzen der Elektroden zueinander in ein Bild um. Es werden verschiedene Pole verschaltet.
Auf dem Bild 3 sieht man die Verschaltung nach Einthoven. Eigentlich werden nur 3 Elektroden gebraucht. In vielen Krankenhäusern wird diese Verschaltung zur Patientenüberwachung genutzt. Es gibt da nur ein Kabel mit 3 Leitungen.
Nun haben wir aber schon mal die Ableitungen I, II und III gefunden.
Wie, warum und in welcher Ebene welches elektrisches Potential herrscht ist zwar nett zu wissen, aber für mich primär nicht von Interesse. Vielleicht kommt da ja irgendwann etwas hinzu.
Der Herr Goldberger muss nun noch seine drei Ableitungen aVR, avL und aVF hinzugeben. Erst einmal hören sich die Bezeichnungen verwirrend an. Es ist aber gar nicht so schwer.
Auf dem Bild 4 erklären sich nun die drei letzten Ableitungen fast von alleine.
Das a steht für augumented, also “verstärkt”.
Das V steht für Voltage, also “elektrische Spannung”.
Das R steht für Right, also rechts.
Das L steht für Left, also links .
Das F steht für Foot, also Fuß.
Das ist auch die ganze Zauberei beim 6-Kanal EKG. Es werden eigentlich nur die elektrischen Potentiale gewisser Punkte in einen Bezug gebracht.
Mit dieser Ableitung kann man nun aber nur die Seitenwand des Herzens (Ableitung I) und die Hinterwand (Ableitungen II, III, aVF) betrachten.
Der nächste Beitrag wird sich dann mit den fehlenden 6 Kanälen zum 12-Kanal EKG beschäftigen.
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- Willem Einthoven ↩
- Emanuel Goldberger, US-amerikanischer Kardiologe ↩
- http://public.beuth-hochschule.de/~akmi/tfh/ss00/ekg/grundlagen/ableitungen.html ↩
- http://public.beuth-hochschule.de/~akmi/tfh/ss00/ekg/grundlagen/ableitungen.html ↩



Ich bekomme das nicht hin, dass die Bilder mittig sind. Ich habe schon alles ausporbiert, also Entschuldigung.
Interessanter Artikel, aber wie kann man was vergessen im Rettungsdienst. Das macht mir schon was Angst!
Aber zum Glück gibt es ja schllaue Rettungssanitäter die dann in der Situation doch noch den richtigen Eifall haben,
Hi,
na die einfachsten Sachen vergißt man natürlich nicht. Es kommen ja auch noch etwas “aufwendigere” Sachen. Man muß ja nur irgendwo mal anfangen
Gruß
Kephas
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